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Boule heißt auf deutsch schlicht und einfach
"Kugel". Im Laufe der Zeit entwickelten sich vor allem in Frankreich
verschiedene Kugelspiele. Die populärste Variante dieser "Jeux de
Boules" ist Pétanque, das auch in Deutschland gespielt wird.
Pétanque
als Spiel
Pétanque
ist zuallererst ein Spiel, das von Menschen jeden Alters und auch von
Behinderten gespielt werden kann. Die Regeln sind auch für Kinder verständlich.
Besondere Kraft ist nicht nötig, es geht nicht darum, wer am weitesten kommt; so
können Alte und Junge, Männer und Frauen gemeinsam miteinander spielen. Das
Material ist einfach und nicht teuer, ein Platz findet sich überall.
Pétanque
als Sport
Pétanque kann als Breitensport bezeichnet werden. Nicht nur in Frankreich, seinen Nachbarländern und ehemaligen französischen Kolonien gibt es verbreitet Anhänger des Spiels, die sich in Vereinen und Verbänden zusammenschließen. Innerhalb der Vereine gibt es Trainer, Ligamannschaften, Jugendförderung, Meisterschaften und alle Merkmale einer Sportart. Auch in Deutschland gibt es ein ausgeprägtes Sportleben des Pétanque. Neben Hunderten von Vereinen und Spielgruppen mit Zehntausenden von lizenzierten Turnierspielern, gibt es auf Landes- und Bundesebene Verbände, die das Sportwesen organisieren und unterstützen. Die Verbände führen offizielle Ranglisten, bilden Kader, bieten Trainer- und Schiedsrichterlehrgänge an. Des Weiteren organisieren die jeweiligen Verbände in Form von zumeist Großspieltagen den Ligaspielbetrieb. Um den Auf- oder Abstieg spielen die Mannschaften in den jeweiligen Kreisligen (unterste Spielklasse), Bezirksklassen, Bezirksligen, Regionalligen sowie den Landesligen (höchste Spielklasse). Die Meister der jeweiligen Landesligen spielen den Titel des Deutschen Vereinsmeisters unter sich aus. Ab 2007 spielen die Ersten (je nach Bundesland auch die Zweiten) der jew. Landesliga im Rahmen einer Pétanque-Bundesliga die deutsche Meisterschaft aus. Um am Ligaspielbetrieb teilzunehmen ist eine Mitgliedschaft in einem Verein und eine Spielerlizenz, die vom Deutschen Petanque Verband ausgestellt wird, erforderlich.
In der
Freiluftsaison drängeln sich hunderte Turniere im Kalender, für den Winter gibt
es Trainingshallen. Generell kann Pétanque in jedem Gelände und auf jedem Boden
gespielt werden. Dies gilt auch für Wettkämpfe, jedoch werden im Interesse
eines geregelten und möglichst störungsfreien Ablaufes des Wettkampfes häufig
Spielbahnen gekennzeichnet. Für das Wettkampfspiel auf Bahnen gibt es
zusätzliche Regeln.
Pétanque wird auch als Spitzen- und Leistungssport betrieben.
In Deutschland werden in folgenden Disziplinen jährlich Bezirks-, Landes- und Deutsche Meisterschaften für Frauen und Männer veranstaltet:
Beim Pétanque stehen sich immer zwei Parteien gegenüber, jede verfügt über die gleiche Anzahl Kugeln. Folgende Formationen sind üblich:
Ziel ist es, seine Kugeln näher an einer
kleineren Zielkugel (fr. cochonnet, dt. Schweinchen) zu platzieren, als der
Gegner. Gespielt wird auf jedem Gelände; ein ebenes, glattes Spielfeld oder
Banden wie bei der italienischen Variante, dem Boccia bzw. beim Bowls, ist
nicht erforderlich.
Das Spiel ohne abgegrenzte Spielfelder werden terrain libre (freies
Feld, Gelände) genannt.
Von
diesem Kreis aus wird die Zielkugel auf eine Entfernung von 6 bis 10 Metern
geworfen (vgl. Abb. Spielübersicht). Damit beginnt die erste Runde, die als Aufnahme
bezeichnet wird. Die Mannschaft, welche die Zielkugel platziert hat, wirft auch
die erste Kugel. Dabei ist zu beachten, während des Wurfvorganges mit beiden
Füßen den Boden im Abwurfkreis zu berühren. Welcher Spieler aus einer
Mannschaft einen Spielzug ausführt, ist prinzipiell nicht von Belang, die
individuellen Spielstärken des einzelnen Mitspielers spielt bei der Spieltaktik
aber eine wesentliche Rolle. Ebenso ist es einem Spieler freigestellt, aus dem
Stand oder aus der Hocke den Spielzug auszuführen.
Die andere, zweite Mannschaft ist nun
solange am Zug, bis sie eine Kugel näher an der Zielkugel liegen hat als die
erste Mannschaft, oder bis sie keine Kugeln mehr zur Verfügung hat.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Kugel der eigenen Mannschaft als
beste Kugel zu spielen. Entweder wird eine eigene Kugel besser platziert als
die beste Kugel des Gegners („Legen“), oder die bisher beste Kugel wird
zugunsten einer eigenen Kugel vom Schweinchen entfernt („Schießen“).
Schwieriger, aber auch möglich, ist das Anstoßen der Zielkugel, dies kann die
Situation in der Aufnahme völlig verändern.
Die Zielkugel ist gültig wenn sie mindestens min. 3m bis max. 20m vom äußeren vorderen Rand des Abwurfkreises entfernt zum liegen kommt. Die Zielkugel wird ungültig wenn sie auf verbotenes Gelände gerät, auch wenn sie von dort zurückkommt. Die Spielkugel ist allerdings nur ungültig, wenn sie mit vollem Umfang die Auslinie des Spielgeändes überschreitet. Die Zielkugel ist auch ungültig wenn sie von einem anderen Gegenstand als einer Spielkugel verdeckt wird. Als verbotenes Gelände gilt auch eine Pfütze, wenn die Zielkugel darin schwimmt.
Wenn alle Kugeln beider Mannschaften gespielt wurden, ist die Aufnahme beendet und es wird gezählt. Die beste Kugel bringt einen Punkt für die Mannschaft, der die Kugel gehört. Ist die zweitbeste Kugel von der gleichen Mannschaft, zählt sie einen weiteren Punkt, und so weiter, bis bei der besten Kugel des Gegners die Zählung abbricht (vgl. Abb. Zählweise). In einer Aufnahme können also 1 bis 3 (tête-à-tête) oder bis zu 6 Punkte (doublettes und triplettes) erzielt werden.
Dann beginnt die nächste Aufnahme wiederum mit dem Wurf des Schweinchens durch die Mannschaft, welche die vorige Aufnahme gewonnen hat. Eine Partie geht bis 13 Punkte, so ist sichergestellt, dass mindestens drei Aufnahmen gespielt werden. Ausnahmen sind die Finalspiele von Meisterschaften: diese Partien können bis 15 Punkte gespielt werden. Das Finale der Weltmeisterschaft wird immer bis 15 Punkte gespielt.
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Spielablauf, Spielregeln und Wurftechniken Warum ist Training erforderlich Pétanque – Technik Kleines Boule abc |